22.10.2012 London that´s it!

Eine kleine Ewigkeit ist es schon wieder her mit Olympia und London aber jetzt … ja jetzt endlich kommt er, der Bericht oder einfach mal ein bisschen Geschriebenes wie es dort so war und was ich so tolles Erlebt habe.

 Zu erst: Alle Bilder sind schon in meiner Picasa Galerie hochgeladen also schaut dort mal vorbei, da gibt es viel Hochauflösendes.

 Die Vorfreude auf London hat mir ja den „Abschiedsschmerz“ aus Vancouver ein wenig gelindert und mit einer großen Packung Vorfreude bin ich von Vancouver – Munich – nach London gereist. Gegen Mitternacht war ich bei meinem „neuen Zuhause“ angekommen. 4 Wochen sollte ich dort wohnen, ohne richtig zu Wissen was mich da Erwartet. Total Müde hab ich das Nötigste mit meinem Vermieter besprochen und bin dann auch ins Bett ,da die Nacht kurz werden sollte, ich musste  ja schon um 9 Uhr am nächsten Tag beim ZDF sein und ich bis dahin noch keine Ahnung hatte wie eigentlich die Subway und alles so funktioniert. Irgendwie gings dann ganz gut, ich habe das IBC gefunden. Bei meiner Akkreditierung gab es noch ein paar Probleme, da die meinen vollen Namen irgendwie verdreht haben aber letztendlich hatte meine „goldene“ Akkreditierung.

Am ersten Tag gabs ein kurze Einführung was ich so zu Erwarten hätte, meine Chefin kam dann auch irgendwann Nachmittags und der Spaß ging los. Die ersten 2-3 Tage waren noch relativ ruhig. Ich konnte mich im Olympic Park noch ein wenig umschauen, wo bis zur letzten Minute noch kräftig Gearbeitet und Geschraubt wurde. So richtig fertig war noch keines der einzelnen Stadien, an jeder Ecke gabs noch div. Dinge zu tun. Am 3. Tag kam dann auch die ZDF/ARD Crew. Ich hab ja wieder für beide gearbeitet. Diesmal waren wir aber 5 lustige Hilfskräfte und ich der einzige, der sich ja schon irgendwie ein bisschen mit der Materie aus kannte. Der Aufbau war relativ entspannt ich weiss gar nicht mehr wieviele Überstunden ich so gemacht habe, ich weiss nur in den ersten beiden Wochen hatte ich ca. 146 Stunden auf den Zettel in 14 Tagen das macht dann einen Schnitt von 10,4 irgendwas. Also nichts da von einer 40 Stunden Woche und Wochenende gabs bei mir je eh nicht. Mir war dann auch relativ schnell klar, dass soviel Freizeit wie in Vancouver werde ich nicht in London haben. In der Aufbauphase gabs genau 2 Tage an denen ich mir nach der Arbeit mal bisschen London anschauen konnte. Also so richtig viel von London hab ich nicht gesehen aber der erste Eindruck hat soweit gereicht. Jetzt weiss ich garnicht mehr was ich so in der Aufbauphase gemacht habe J Immer mal paar Kisten geschoben, irgendwas mit getragen oder viel mit Leute telefoniert die Englisch sprechen. Ich durfte mich dann um die Abwicklung mit der Britisch Telekom und allem kümmern, da ich ja bisschen Englisch sprechen kann. Ein Auto hatte ich auch und damit hab ich mich auch in den Chaos von London paar mal ganz gut verfahren. Von Ausschilderungen etc. halten die relativ wenig und deren Straßenführung macht auch kaum sinn. Da willste mal schnell vom IBC ins Olympia Stadium und musst eigentlich nur 4 Minuten fahren aber dann biegt man irgendwo falsch ab und ist auf der Autobahn für 10 Meilen. Also Fahren ging nur mit Navi und bei meiner ersten Fahrt, hatte ich leider noch keins im Auto. Dann fahren die ja dort auch alle auf der falschen Seite, das ist auch eine krasse Umstellung, da jedes mal richtig rum in den Kreisverkehr oder die richtige Straßenseite beim Abbiegen zu erwischen. Der Olympic Park war ja ein mega Gelände mit eigener Straßenführung und allem drum und dran. Dort durfte man nur 20 Meilen fahren aber ging auch mit 50 Meilen und wenn man erwischt wird bekommt man so ein lustiges Ticket , wo dir aber nix passiert. Kosten tut das nicht ist nur eine Art Ermahnung aber wenn man zu viele hat, gibt’s bestimmt Ärger naja ich hatte am ende glaube 3 Tickets. Zwei Stück am letzten Tag des Abbaus 😉

Achja in London heissen die Opel ja Vauxhall oder so im prinzip ein falscher Opel. Mit dem Auto musste ich auch jeden Tag durch die Security und in London war alles bisschen genauer wie in Vancouver. Die zerlegten einem echt manchmal das halbe Auto. Ich stand mal 40 Minuten dort im Screening bis die in jede Ecke und Ritze des Autos geschaut hatten. Da ich auch immer ab und an mal Einkaufen war für die Crew war dann ein solches Screening immer besonders Aufregend, normal durfte man nicht mehr wie 100mL Flüssigkeiten mitbringen aber wenn man 100 Flaschen Wasser im Auto hatte, musste man da bisschen Überzeugungsarbeit leisten, dass die einem doch durch lassen. Die Security an sich war schon echt krass. Aber Sicher ist Sicher so hat man sich auch gefühlt. Die erste Zeit war ich am Aquatics Center und danach im Olympia Stadium. Wir haben beides parallel Aufgebaut und dann war die erste Woche Aquatics mit allen Wettkämpfen und danach gings dann im Olympia Stadium weiter.

Mein erstes Highlight war die Opening Ceremony… ich hatte das Glück, dass ich ja in der Stadion Crew war und offiziell Arbeiten musste. Da ist man nur reingekommen mit einer Zusatzakkreditierung ansonsten keine Chance. Die hatte ich aber JA J An dem Tag hab ich glaube ich um 14 Uhr mit Arbeiten angefangen und bis 2 Uhr Nachts gemacht. Da dann noch nach Hause zu kommen, war auch abenteuerlich, da die letzte Ubahn um 2.15 fährt aber irgendwie hab ich es geschafft. Auf Arbeit musste dann immer bisschen was vorbereitet werden und nachher „Nachbereitet“ ansonsten war mein Arbeitsalltag relativ entspannt. Bei der Opening Ceremony haben wir uns dann irgendwo noch auf die besten Plätze ins Stadium geschmuggelt, da wir ja keine Platzkarten hatten aber von dort aus, wo wir waren, hatten wir eh die beste Sicht ca. 25 m vom Inneren entfernt. So hab ich dann die Opening Ceremony komplett live und in Farbe gesehen. Dazu noch das mega Feuerwerk. In Vancouver war ich da ja nicht dabei aber die Opening Ceremony in London war schon echt der Hammer. Sowas nennt man dann wohl wieder eine „once in a lifetime experience“. Das einzige was bissel langweilig war, war der Nationeneinmarsch der ging gefühlte 2 Stunden … aber in der Zeit konnte man sich wenigstens mal kurz was zu Essen und Trinken holen.

 Am nächsten Tag gings dann auch voll los im Aquatics. Nach wenig Schlaf aber voller Vorfreude war ich an meinem ersten Olympia Tag. Man hat die Stimmung schon gemerkt unter den 80.000 Leuten, die jeden Tag in den Olympic Park gekommen sind. Teils waren die Zugangskontrollen ein wenig chaotisch und wir hatten jeden zweiten Tag neue Laufwege und vor allem Umwege. Manchmal denk man sich, ganz sauber sind die nicht. Da könnte man durch ein Tor im Zaun mal eben 20 Minuten Laufweg abkürzen aber nein man muss ein mal komplett rum ums Stadion um zum TV Compound zu kommen. Naja so bleibt man fit. Ich hatte neue Schuhe mit, die waren nach 3 Wochen durchgelaufen, da war kaum noch was von der Sohle da. Ist schon echt verrückt wieviel man da durch die Gegend läuft. Nur zur Opening Ceremony sind wir im Schnitt lauf Iphone Step Counter ca. 21 km gelaufen!!!! Vom Security Eingang bis ins Stadion brauchte man so gemütlich 30 Minuten und in Eile 15… und diese Strecke geht man am Tag einige Male also kommt da ganz gut was zusammen. Beim Schwimmen war es schon echt cool ich hab alle bedeutenden Wettkämpfe gesehen und den Superman Michael Phelps. Die Deutschen waren leider garnicht Erfolgreich aber naja das ist halt so. Die Stimmung im Aquatics Center war auch richtig gut und Ohrenbetäubend laut, wenns da um Gold ging. 18.000 passten da rein und ich jeden Tag J ich musste immer Eintrittkarten an unsere Mitarbeiter verteilen für die Abendveranstaltungen, wenn es um Gold ging. Das war schon Hammer jeder wollte da rein aber nur die wenigsten konnten, weil auch die TV Sender nur eine bestimmte Anzahl an Tickets hatten für ihre Crew. Ich hätte die Dinger für 100erte Pounds verkaufen können da vorm Stadion aber hab ich natürlich nicht gemacht. Ich muss schon sagen, dass die ganzen Schwimmwettkämpfe echt cool waren. Da hat man dann auch immer die VIP Leute gesehen. Nach 100m Sprint der Männer haben die Schwimmwettkämpfe glaube ich das meiste Prestige unter allen Sportarten.  Im Stadion hab ich den Loddar mal gesehen aber der is ja nur ein B-Promi. Dem Obama seine Frau stand mal neben uns bei NBC am Tisch und den Prinz William hab ich auch mal unter den Leuten gesehen. Nur leider waren unsere Plätze nicht so exklusiv aber immer noch sehr gut und wenn man nix dafür Zahlen muss ist mir jeder Platz recht, weil dabei sein ist ja bekanntlich alles. Viel gesehen hab ich, eigenltich jede Gold Entscheidung live oder manchmal 2 Sekunden Live im TV aber eher wie Ihr in Deutschland durch die Übertragungsverzögerung. Wir haben schon viel gearbeitet oder eigentlich auch nicht. Sagen wir mal so, ich war immer sehr lange und viel auf Arbeit. Die Arbeit an sich war aber jetzt nicht so Anstrengend aber am Tagesende hat man schon gemerkt, dass man bissel müde ist. So hab ich auch fast nix gemacht, weil es kein Tag gab wo ich mal vor Mitternacht zu Haus war.  Wenn´s beim Schwimmen mal um 21 Uhr vorbei war bin ich dann meist noch rüber zum Basketball oder sonst wohin , wo noch was los war und hab mir noch mehr Sport angeschaut. Wir hatten immer so eine Art Schichtsystem, weil es ja schon Früh um 9 los ging und manchmal bis Abends um 22 Uhr…. ich hatte meist die Spätschicht aber manchmal auch ganz komische Schichten wo ich dann 15 Stunden auf Arbeit war und am nächsten Tag schon wieder um 8 nach nur … (das darf ich aus Arbeitsschutzrechtlichen Gründen leider nicht sagen aber meine Ruhezeiten hab ich schon so gut wie möglich eingehalten) Manchmal war man da echt fertig und müde nach Non Stop Sport schauen J Wenn ich Zeit hatte bin ich Vormittags immer zum Beachvolleyball und danach auf Arbeit und nach der Arbeit dann noch zum Basketball. Da steht man um 7 Uhr auf und geht um 1 Uhr am nächsten Morgen wieder ins Bett. Das eine Woche so durchzuziehen ist schon Anstrengend aber richtig cool, da man ja Sachen sieht, wovon andere Leute nicht mal Träumen würden. Nach dem Schwimmen war ich dann im Olympia Stadion, was richtig cool war dort mit 80.000 Leuten drin zu sitzten und wir hatten beim ZDF einen eigenen Coca Cola Kühlschrank voll mit Getränken J Die Stimmung im Stadion war schon echt ober Hammer. Jedes Mal wenn ein Brite kam, ist die Stimmung Explodiert. Da gings dann für mich noch 2 Wochen lustig weiter im Stadion ich hab so alles gesehen was wichtig war. Usain Bolt bei seinen 3 Goldmedaillen und auch aus deutscher Sicht gabs paar nette Highlights. Da Arbeitsleben an sich war ja nicht so anstrengend also lief dass dann ganz gut. Da hatte ich auch mal die Zeit rüber zum BMX Finale zu gehen und mich dort 2 Stunden hin zu setzten um zu Zuschauen. Ich weiss nicht ob ich mal auflisten soll was ich so gesehen habe aber ich glaube ich machs einfach mal : 6 mal Beach Volleyball, 4 Handballspiele, 3 mal Basketball darunter das mega Spiel der USA-Nigeria ne absolute SHOW war das, alle Schwimmwettbewerbe, so ziemlich alles in der Leichtathletik, Wasserpolo und Hockey 2 mal achja beim Radfahren im Velodrom und beim BMX war ich auch noch. Damit sollte die Liste komplett sein. Würde man das mal in Eintrittsgelder für Tickets umrechnen, könnte man sich sicherlich schon einen klein Kleinwagen kaufen, da ja die Opening Ceremony mit 700$ aufwärts los ging und meine Sitzkategorie sicherlich 2000$ kostete hehe…

Kurz und knapp Olympia in London war echt was besonderes. Obs besser als in Vancouver war weiss ich nicht, weil dort gabs ja noch das Saxonia Haus J Von London habe ich in 4 Wochen dann echt kaum was gesehen aber das was ich gesehen hab, hat mir schon gefallen und wenn mal Zeit ist flieg ich da mal für paar Tage rüber. Ein paar Leute kenn ich dort ja jetzt auch. Meine Wohnung oder mehr mein Zimmer war letztendlich auch ganz ok zwar mit 1000 euro miete schon echt happig aber das muss man für so ein Event schon in Kauf nehmen, dazu war die Lage zwar nicht die beste aber mit 20 Minuten Arbeitsweg auch sehr geil , da andere Kollegen so min 1 Stunde bis mehr Anfahrtsweg hatten. Das war mal kurz ein kleiner Einblick in Olympia London. Ich könnte mit Vancouver zusammen sicherlich mal ein Buch drüber schreiben aber die Zeit hab ich jetzt grad nicht. Es gibt ja einige Bilder zu sehen und da bekommt man sicherlich mal einen ganz guten Eindruck wie das dort so war.

Have a good one bis zum nächsten Mal